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Die Realschule plus in Kandel hatte sich an der Veranstaltung „Schulbesuchstag der Abgeordneten am 9. November“ für ein Gespräch mit einem Landtagsabgeordneten beworben. Die Freude bei den Zehntklässlern, den Lehrerinnen und Lehrern sowie der Schulleitung der Realschule plus war groß, als sich dann gleich der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz zum Gespräch ankündigte.
Die Schülersprecherin Isabelle Knölll  und Sophie Gottschalk führten

den Ministerpräsidenten durch eine Geschichtsausstellung, welche die Zehntklässler gestaltet hatten. An den einzelnen Stationen der Ausstellung, informierten die Geschichtsexperten dann kurz über die jeweiligen Themen: das Ausrufen der Republik am 9.11.1918, den Hitlerputsch am 9.11.1923, die Pogromnacht am 9.11.1938 und schließlich den Mauerfall am 9.11.1989. Der Ministerpräsident zeigte sich  beeindruckt von dem geschichtlichen Rundgang und stellte sich in einer anschließenden Diskussionsrunde den Fragen der Jugendlichen. Ministerpräsident Kurt Beck betonte, dass der 9.November ein Schicksalstag der Deutschen sei, und wir aus der Geschichte Lehren ziehen müssen: zum Beispiel,  dass die Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei und kein Selbstläufer der Zeit, sondern eine Staatsform, die gelebt und gepflegt werden müsse. Freiheit und Demokratie müssen erarbeitet werden. Nachdem sich der Ministerpräsident mit den Jugendlichen über die historischen Ereignisse ausgetauscht hatte, wurde auch über das aktuelle Zeitgeschehen gesprochen. So wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, ob der Ministerpräsident unsere Demokratie von heute bedroht sieht. Dieser verneinte und betonte, dass das heutige Demokratieverständnis der Menschen dies wohl nicht mehr zulassen würde. Auch eine Bespitzelung der Bürger vom Staat, wie beispielsweise in der DDR hält der Ministerpräsident nicht mehr für mögliche, er befürchte eher das Gegenteil, nämlich das Menschen leichtfertig Information im Internet von sich preisgeben und sich nicht bewusst sind, dass diese persönlichen Daten nicht mehr einfach löschbar sind.
Nachdem der Ministerpräsiden fast zwei Stunden mit den Schülerinnen und Schüler diskutiert hatte, verabschiedete er sich und überreichte dem Schulleiter Herr Wolters noch eine Radierung mit pfälzischen Motiven und einen Scheck für den Förderverein.



 
 
 
 
 

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